Sögtroper Milchbock

Ein Milchbock stand ab Mitte der 1930er Jahre in fast jedem Ort unserer Gemeinde. Wurde bis zu dieser Zeit die erzeugte Milch fast ausschließlich eigen vermarktet bzw. verwertet, lieferten die größeren Landwirte aus Sögtrop (Birkenheuer gen. Lumen, *Nr. 733; Hoppe *Nr. 671; Körneke gen. Röttgers, *Nr. 670; und Lumme gen. Deppe, *Nr. 1781) ab dieser Zeit die Milch zur weiteren Verarbeitung an die Molkerei in Meschede. Bis zu 20 Kühe standen in den Ställen. Nach und nach schlossen sich auch die kleineren Nebenerwerbslandwirte an. Einige Jahre später gab es 66 Lieferanten im Rarbachtal. Jeder hatte eine eigene *Kannennummer. Die größeren Kuhbetriebe schafften anschließend Melkmaschinen an. Die Milch wurde täglich (Hanxleden ab 5 Uhr) kannenweise von den jeweiligen Milchböcken vom Milchwagenfahrer Theodor Bremerich, Kirchrarbach, abgeholt und zur Genossenschaftsmolkerei Meschede gebracht; und das bis zum 31.12.1970. Spätestens um 7 Uhr musste die Milch in Meschede sein. Sie wurde aus den 10-, 15-bzw. 20-Literkannen in größere Behälter umgefüllt, um danach per Bahn zur weiteren Verarbeitung nach Hagen transportiert zu werden. Nach der Entleerung wurden sie gespült, mit Magermilch oder anderen Bestellungen gefüllt und kamen für den Rücktransport wieder auf den LKW. Die Milchböcke erleichterten das Verladen der Kannen auf den hohen LKW. Ab Anfang 1971 wurden Milchtankwagen eingesetzt. Die Milchböcke wurden überflüssig und verschwanden aus dem Ortsbild. Nach und nach wurde die Milchwirtschaft in unseren Tälern eingestellt. Heute gibt es einen Milchlieferanten im Rarbachtal.

Um die Erinnerung wach zu halten, hat die Dorfgemeinschaft Sögtrop im Mai 2013 diesen Milchbock errichtet.