Evangelische Filialgemeinde Kirchrarbach

Entstehung einer evangelischen Gemeinde

Durch die Ansiedlung von evangelischen Beamten und Soldaten entstanden in Arnsberg die ersten Anfänge einer evangelischen Gemeinde. Das Sauerland erhielt in den folgenden Jahren einen ständig wachsenden Zuzug evangelischer Beamten- und Handwerkerfamilien. Daher wurde 1821 die evangelische Gemeinde Meschede gegründet, die mit dem Strom der Ostvertriebenen um 1945 rum großen Zuwachs erhielt, so dass sich die kirchliche Behörde veranlasst sah, 1947 die neue Pfarrgemeinde Dorlar mit 2.700 evangelischen Christen zu gründen. Sie umfasste die Seelsorgebezirke Dorlar, Eslohe, Reiste, Kirchrabach, Wenholtausen, Cobbenrode, Niedersalwey und Oberhenneborn.

Im Kirchrarbach wohnten 197 evangelische Christen (Dornheim 11, Föckinghausen 5, Hanxleden 10, Kirchrarbach 59, Mönekind 19, Niederhenneborn 25, Oberrarbach 24, Sellmecke 11, und Sögtrop 33).

Bau der evangelischen Kapelle in Sögtrop

Aufgrund des großen Anteils der evangelischen Christen an der Bevölkerung der Gemeinde Rarbach wurde am 14. Oktober 1951 der Grundstein für eine Filialkampelle gelegt. Durch das freundliche Entgegenkommen des Landwirts Ferdinand Gödde aus Sögtrop konnte das Kirchgaugrundstück mit einer Größe von 700 qm erworben werden. Die veranschlagten Baukosten beliefen sich auf 39.150 DM. Dem Kapellenvorstand Kirchrarbach gehörte u.a. Frau Ww. Hineraski aus Sögtrop an. Im Erdgeschoss der Kapelle wurde eine Sakristei, ein Jugendraum mit 30 Plätzen und ein Kirchenraum mit 80 Plätzen eingerichtet, während im Kellergeschoß Abstellräume, Toiletten und eine Kaffeeküche untergebracht wurden.

Am 1. November 1952 fand dann endlich das Kirchweihfest statt. Im Schulsaal der Katholischen Volksschule in Kirchrarbach, die sechs Jahre lang für die evangelischen Gottesdienste zur Verfügung gestellt wurde, fand ein kurzer Abschiedsgottesdienst statt.

Friedhof

Der kath. Friedhof bot genügend Platz für die Beerdigungen evangelischer Christen.  Diese wurden in derselben Reihe wie Katholiken beerdigt. Es ist auch immer geläutet worden.

Minderung der Filialgemeinde

Durch den Wegzug evangelischer Familien wurde die Filialgemeinde Kirchrarbach stark gemindert. Während 1951 in der Gemeinde Rarbach noch 1.219 Einwohner lebten (davon 181 evangelisch), wurden zehn Jahre später nur noch 910 Einwohner (davon 49 evangelisch) gezählt.

Umbau der Kapelle zu einem Wohnhaus / Verkauf

1963 wurde das Dachgeschoss der Kirche ausgebaut; dort wurden drei Zimmer eingerichtet. Aufgrund des nur noch sehr kleinen Anteils evangelischer Christen an der Bevölkerung der Gemeinde Rarbach verkaufte die Kirchengemeinde Dorlar im Februar 1971 die Kirche an die Christliche Pfadfinderschaft Gruppe Lünen e.v. die sie innerhalb von zwei Jahren zu einem Wohnhaus umbaute. Dieses Gebäude dient der Pfadfinderschaft als Familien-, Ferien- und Bildungsstätte.

Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Rarbach gehört heute weiterhin zum Seelsorgebezirk der evangelischen Kirchengemeinde Dorlar.

 

Quelle: Der Bumbacher Nr. 4 von 1992 / Pfarrgemeinderat ST. Lambertus Kirchrarbach