Die "Söchtropper"

In Sögtrop leben heißt Sögtrop erleben

Vielleicht fragt Ihr Euch heute,
was leben hier für Leute –
in Sögtrop – hier im Rarbachtal.
Hört mir gut zu, ich sag’s Euch mal:

Rund um’s Dorf da könnt Ihr gehen,
alles von vorne und hinten besehen.
Ich denke, dann ist Herz und Auge gebannt
von unserem Sögtrop im Sauerland.

Von grünen Bergen ist es sanft umgeben,
der Rarbach fließt direkt daneben.
Mitten durch’s Dorf plätschert auch noch ein Bach,
er ist namenlos – darum heißt er „Bach“.
Das Dorf ist nicht groß, doch wir teilen es ein
in hinten und vorne, das muss einfach sein.
Doch seltsam – wenn man davon spricht,
„Hinterdörfler“- gibt es gar nicht.

Es ziehen alle an einem Strang,
man verwirklicht Ideen, fackelt nicht lang.
So ist zu bewundern von Zeit zu Zeit -
eine neue Sehenswürdigkeit:
Der Spielplatz ist neu und richtig gelungen,
auch der Bolzplatz, da freuen sich die Jungen.
Der Platz am Tretbecken – ein Idyll,
hier baumelt die Seele, wenn man will.
Man kann hier aber auch frohe Stunden erleben,
alle gemeinsam – so ist das eben.

Erwähnen muss ich auch unbedingt
den Kalkofen – sehenswert – ganz bestimmt.
Beeindruckend ist die entstandene Mauer
und garantiert von langer Lebensdauer.

Nun auf zur Kapelle, der Hof neu gestaltet,
sie ist schon sehr alt, doch längst nicht veraltet.
Eine Dankmesse wird hier jährlich gelesen,
das ist ein Gelöbnis in der Kriegszeit gewesen.

Neben der Kapelle da bauten wir auf,
einen alten Milchbock mit Kannen drauf.
In solchen Kannen wurde vor Jahren
Die Milch zur Molkerei gefahren.

Alte Traditionen, die pflegen wir gern,
ansonsten sind wir aber modern.
Nur ein Neuling im Dorf, der weiß oft nicht,
von wem man denn gerade spricht,
denn, was unsere Vorfahren für Namen hatten
oder was sie beruflich taten,
danach wurden die Häuser benannt
und sind darunter noch heute bekannt:
War in früheren Jahren jemand Handelsmann,
spricht man die Nachfahren mit „Kaufmanns“ an.
Ein Leineweber, ehemals hier am Ort
da sagt man: „Leinewebers“ wohnen dort,
so sind die „Claimes“ – ohne Witz –
in Wirklichkeit Familie Schmidts.
Geht man nach „Schumachers“, ihr habt’s Euch gedacht,
weiß man, da wurden mal Schuhe gemacht.
Doch würde ich einzeln hier alle benennen,
sprengt es den Zeitplan, das muss ich bekennen.
Wenn das interessiert, nun bitteschön,
der soll sich die Häuser mal näher beseh’n.
Da sind liebevoll gemacht,
die alten Bezeichnungen angebracht.

Eine Madonna im Wald gibt es auch zu beschauen
vom dorfeigenen Künstler in Stein gehauen.

Auch wichtig: Das Back’s – es wird häufig genutzt,
was wir dort backen, wird gleich verputzt.
Hier wird beratschlagt, Entscheidungen getroffen –
„Was tun für’s Dorf?“ und manchmal wird auch gesoffen.

Es gibt alle vier Jahre ein Kutschenturnier,
viele Tausend Leute sind dann hier.
Dann gilt es, die alle zu verwöhnen,
dann wird gearbeitet bis wir stöhnen.

Soviel ist aber nicht immer zu tun,
wir haben auch original Sögtroper Bänke, um auszuruhn‘.
Übrigens: neu – wir sind stolz darauf,
setzt doch einfach Euren Hintern mal drauf.

Dass hier auch mal eine Burg stand, sollt ihr auch noch erfahren,
hier thronte der Adel – vor rund 600 Jahren.

Wollt ihr wissen, was damals und davor gewesen,
dann solltet ihr das in der Chronik nachlesen.

Und noch viel mehr – Leute prägt es Euch ein:
Unser Sögtrop ist klein und fein!
Eingebildet sind wir nicht,
ein echter Sögtroper aber spricht:

Geliebtes Sögtrop, Heimat mein,
nie möchte ich woanders sein!

Von
Anneliese Gass gen. Schuhmachers