Alte Betriebe und Gemeinschaften

Viehwagengemeinschaft Sögtrop

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Sögtrop mussten, um beim Kauf von Vieh die Preise pro Kilo aushandeln zu können, jedes Stück erst wiegen, um das korrekte Gewicht zu bestimmen. Früher war der Viehtransport zu nächsten Waage sehr mühselig, so dass in Sögtrop eine eigene Viehwaage angeschaft wurde. Sie stand in einem Anbau neben der ehemaligen Remise von Josef Körneke. Dort konnten die Tiere auf einer Seite herein und nach dem Wiegen auf der gegenüberliegenden Seite wieder herausgetrieben werden. Als Nachweis wurde bei jeder Wägung ein Wiegeschein ausgestellt. Die Waage wurde in regelmäßigen Abständen durch das Eichamt geprüft und geeicht.

Antennengemeinschaft Sögtrop

Als in den 50.-60. Jahren die Anschaffung von Fernsehgeräten in allen Wohneinheiten zur Regel wurde, mussten Antennen erstellt werden, um entsprechend gute Bildqualitäten zu erhalten. Da die Technik für den Einzelempfang noch nich den heutigen Standard hatte, wurde das Aufstellen einer Gemeinschafts-Antenne auf einer Anhöhe beschlossen. Als Standort wurde eine Lichtung auf dem „Baukholt“ bestimmt. Von dort wurden dann Leitungen zu den entsprechenden Häusern gelegt.

Sauerteiggemeinschaft Sögtrop

Bis zur Entstehung von Bäckereien – etwa um 1925 – wurde das tägliche Brot im Hausback für jede Familie gebacken. Um ständig Sauerteig zur Verfügung zu haben, gab es Absprachen  von Haus zu Haus. Ein Backplan wurde erstellt, und jeder nachfolgende Backwillige holte sich den zurückbehaltenen Sauerteig für seine heimische Brotbäckerei beim Nachbarn.

Zichorien-Rösterei – Sögtrop

Josef Sträter war der Zichorien- und Roggenröster in Sögtrop. In einer Rösttrommel wurde das entsprechende Röstgut über offenem Feuer so lange gedreht, bis eine trockene Qualität erreicht war. Ältere Einwohner erzählen noch heute von dem besonderen Duft, der in der Röstzeit über dem Dorfe lag, wenn „dai alle Ströter amme Rösten was“. Der „Zichorien-Bröer“ nahm seine Aufgabe immer sehr ernst.  Nicht jedem gelang eine gute Qualität für den Kaffeeersatz. Angebaut wurden die Zichorien fast in jedem Garten und zumeist dort, wo nicht viele Wachstum zu erwarten war, in den letzten Ecken der Gärten also. Vor dem Rösten wurden die wie weiße Möhren aussehenden  Wurzeln gesäubert – „geschrappt“- und in kleine Würfel geschnitten. Nach dem Rösten wurden sie zu feinem Kaffeeersatz – dem „Kaffeeprütt“ gemahlen. In gleicher Weise ging die Röstprozedur mit Roggenkörnern vor sich.

Angelus-Läuten in Sögtrop

Bevor in den 60-er Jahren die Kapelle des Hl. Blasius mit einem elektrischen Läutewerk ausgestattet wurde, erfolgte das mittägliche „Angelus-Läuten“ noch von Hand. Der Läutedienst wechselte wöchentlich von Haus zu Haus. Mancher war ein Meister am Glockenseil, aber manchem gelang nur ein einfaches Bimmeln, immerhin geschah auch das zur Ehre des mittäglichen „Engel-des-Herrn“.

Seilwindengemeinschaft Sögtrop/Mönekind

Waldarbeit ist Schwerstarbeit, daran hat sich bis heute nichts geändert, obwohl sich durch technische Fortschritte in der Forstwirtschaft viele getan hat. Während früher mit Pferden ausschließlich gerückt wurde, erfolgt dies heute überwiegend mit Schlepper und Seilwinde.

Nach Gründung der FBG Kirchrarbach im Jahre 1950 wurde mit Forstwart Alfred Henneke, der den Holzverkauf zu organisieren hatte, manches verändert. So gab es mit seiner Übernahme der Leitung der FBG neue Impulse, wie die Waldarbeit einfacher und effektiver gestaltet werden konnte. In den Folgejahren taten sich insgesamt 10 Waldbesitzer im Bereich Sögtrop und Mönekind zusammen, die sich um die Anschaffung einer Seilwinde bemühten. Am 05. 03. 1970 wurde durch die Waldwirtschafts-Gemeinschaft-Rarbach bei der Fa. M.A. Lumme, Kirchrarbach, eine Schlang & Reichardt Seilwinde Typ DU 311 zum Preis von 3.191,25 DM angeschafft.

Die Finanzierung wurde durch die zehn Interessenten und zwar anteilsmässig je Ha-Forstfläche der Waldbesitzer übernommen. Die Seilwindengemeinschaft vereinbarte dann die Unterstellung des Geräts auf dem Hof Hoppe in Sögtrop. Die Benutzung erfolgte nach Absprache untereinander. Zur Finanzierung  von Rücklagen für Reparaturen usw. richtete man ein Seilwindenkonto ein, in das jedes Mitglied nach Gebrauch zunächst 1,-DM/fm und in späteren Jahren 0,5 DM/fm gerücktes Holz einzuzahlen hatte.

Die gemeinschaftliche Nutzung der Winde lief über Jahre gut, bis sich nach und nach einzelne Mitglieder  selbst neue oder gebrauchte Winden, individuell auf den Einzelbetrieb zugeschnitten, anschafften, denn die gemeinschaftliche Winde war mittlerweile nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand.

Aam 17.03.1993 wurde dann im gemeinschaftlichen Einvernehmen das Seilwindenkonto aufgelöst. Die alte Winde wurde von Josef Schmidt, Sögtrop, für 100,- DM erworben. Der Kontostand am 19.03.1993 betrug   537,27 DM
                                                      + 100,- DM für alte Winde
                                                       =437,27 DM
Dieser Restbetrag wurde auf das Sögtroper Kapellenkonto eingezahlt

Leinewebers

Noch heute besteht für das Haus Nr. 15 der Hausname „Leineweber“. Dies hat folgenden Hinergrund:
Schon Josef Lumme (*05.10.1863) besaß einen Handwebstuhl, auf dem das gesponnene Leinengarn zu Laken gewebt wurde. Seine Söhne Ferdinand und Josef eröffneten 1928 im hinteren Teil des Hauses eine Lohnstickerei. Im Auftrag der Firma Wigge & Wilmers, Meschede, fertigten Sie Strümpfe an. Viele Einheimische und Ostvertriebene fanden hier Arbeit und Brot, und Familien aus der Gemeinde und dem Fredeburger Land verdienten sich ein Zubrot als Heimarbeiter, bis Ende der 1950er Jahre die Strickerei geschlossen wurde.

Heinemanns – Lebers – Kutschenfahrer/Mietwagenbetrieb

Der Lanwirt Josef Heinemann betätigte sich in den dreißiger Jahren als Kutschenfahrer für Gäste, die zur Bahnstation nach Bremke oder Meschede wollten. Später kam die Aufgabe des Milchwagenfahrers hinzu. 1954 erhielt Albert Heinemann die amtliche Genehmigung für den Mietwagenbetrieb

Meier – Schuhmacher

Das Haus Nr. 8 wurde von 1948 – 1963 von Arnold und Maria Meier bewohnt. Seinerzeit betrieb Arnold Meier dort eine kleine Schuhmacherwerkstatt, die man über eine schmale steile Außentreppe erreichen konnte.

Schörmann – Schreiner

Vor 1950 befand sich in dem Anbau des Hauses Jürgens die erste Werkstatt des Schreinermeisters Johann Schörmann, der zu dieser Zeit dort mit seiner Familie auch zur Miete wohnte. Im Jahr 1947/1948 erbauten die Eheleute „Unter der Hardt“ ein Wohnhaus mit Schreinerwerkstatt.

Franz Riekes – Schreiner

Von 1887 bis 1917 übte Franz Riekes in einem Anbau das Schreinerhandwerk aus

Riekes – Schuhmacher

1964 kaufte Johannes Riekes Haus-Nr. 11 richtete sich eine kleine Schuhmacherwerkstatt ein.

Alois Hoppe – Bildhauer

Hoppe übt in seiner eigenen Werkstatt die Kunst der Bildhauerei aus.

Pension „Bailstein“ – Hoppe

In den Jahren bis 1970 betrieb die Familie Hoppe eine Pension unter dem Namen „Bailstein“. Anschließend erfolgte die Vermietung von Ferienwohnungen.

Schuhmacher

Bis 1946 wurde in dem Haus Nr. 16 das Schuhmacherhandwerk ausgeübt.